Montag, 7. Juni 2010

Ist Schönheit wahr?


Beginnend mit Leibniz, Newton, Lagrange entwickelte sich die theoretische Mechanik rasch und überaus erfolgreich. William Rowan Hamilton brachte schließlich mit seinen "kanonischen Gleichungen" die Himmelsmechanik zu einem vorläufigen Abschluss. Wer dieses Gedankengebäude studiert, wird sich der strahlenden Eleganz der mathematischen Formulierungen nicht verschließen können. Die Versuchung, das schöne Gedankengebäude - wegen seiner geradezu transzedenten - Schönheit für wahr zu halten war groß. Lange gaben die Experimente den Theoretikern Recht, bis am Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts neue Experimente (z.B.: Michelson) die Umwälzung in Gang setzten, die zur relativistischen Mechanik und später zur Quantenmechnik führten; Theorien, die noch immer nicht nahtlos miteinander verbunden sind ("effektive" Theorien) und denen - bei aller Eleganz - die Schönheit der klassischen Mechanik abgeht.
So wie im neunzehnten Jahrhundert die Philosophie und die Kunst in der Romantik an die Stelle der Religion getreten waren, so hatte die theoretische Naturwissenschaft in kühner Spekulation die Tiefe und Eleganz der aristotelisch-scholastischen Theorien übertroffen und ersetzt. Noch um 1900 hatte der deutsche Biologe Ernst Haeckel in seinem Werk "Die Welträtsel" ernsthaft geglaubt, in der Schönheit der Naturwissenschaft die wahre Religion (und natürlich die ultimative Wahrheit) gefunden zu haben.
Einhundert Jahre später sehen wir, dass die Wirklichkeit sich wieder hinter Schleiern verbirgt, dass wir weit von der umfassenden "Theory of Everything" entfernt sind und dass Schönheit - leider - kein Kriterium für die Richtigkeit einer naturwissenschaftlichen Theorie ist.

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