Samstag, 31. Juli 2010

Dichtung und Wahrheit

Hugo von Hofmannsthal erfand in seinem Libretto zum "Rosenkavalier" einen Brauch,  den es so in der österreichischen Aristokratie nie gegeben hat:
Ein Beauftragter des Bräutigams überbringt vor der Hochzeit der Braut eine silberne Rose. Inspiriert war er dazu wohl durch die  "Goldenen Rose", die vom Heiligen Stuhl Königinnen verliehen wurde.
Dazu hat Hofmannsthal eine Sprache geschaffen, die altertümlich und aristokratisch wienerisch klingt, aber ebensowenig je gesprochen wurde, wie eine silberne Rose überreicht worden ist. Richard Strauss hat durch seine magisch verzaubernde Musik dieses erfundene Rokoko unsterblich gemacht.
Dabei geschah etwas für unsere Kultur sehr Wesentliches: Die erfundene Wirklichkeit erwies sich inzwischen als viel lebendiger als die historische Realität, die Bühnenfiguren als vitaler als ihre Schöpfer! Dieses Phänomen beschäftigte Hermann Hesse, wie man in seiner "Morgenlandfahrt" nachlesen kann, nachhaltig, nicht zuletzt im Hinblick auf seine eigenen literarischen Erfindungen. Er erkannte, dass der Schöpfer hinter seinen Geschöpfen - die er mit seinem Leben nährt - zurücktritt und letzlich verschwindet.

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