Donnerstag, 19. Mai 2011

Wunder, Wahrheit und Wissenschaft

Gestern konnte ich bei einem Vortrag eines beamteten Berufsphilosophen wieder einmal hören, dass "Wunder" als Widerspruch zu den Naturgesetzen nicht ernst zu nehmen seien. Dazu kam noch eine unkritisch positive Darstellung der "Evolutionslehre" als "der" Wissenschaft.

Dazu fällt mir ein:

  • Es ist Aberglaube, von "Naturgesetzen" zu sprechen. Es gibt lediglich Hypothesen, mit denen nach Übereinkunft der Scientific Community unter definierten Bedingungen gut zu arbeiten ist.
  • Da es also keine Naturgesetze gibt, kann ihnen auch nichts widersprechen.
  • Wird eine Tatsache bekannt, die im bisherigen Beschreibungsrahmen nicht vorkommt, so ist der Beschreibungsrahmen, also die Theorie zu ändern.
  • Als Wunder benennt man in der katholischen Theologie ein (ungewöhnliches) Erlebnis mit appelativem Charakter, also einer "Botschaft", einem "Sinn". Solche subjektive (nicht reproduzierbare) Tatsachen gehören nicht in das Arbeitsfeld der Naturwissenschschaft, widersprechen daher keiner - wie auch immer festgefügten -  Hypothese der Wissenschaftler.
  • Wahrheit ist keine Kategorie der Naturwissenschaft; Theorien sind entweder (lokal) brauchbar oder (total) falsifiziert. Das Adjektiv "wahr" für eine brauchbare Theorie ist irreführend.
  • Wahrheit ist eine theologische Kategorie: Jesus Christus sagt: Ich bin die Wahrheit! Wahrheit gibt es nur im Glauben, im Vertrauen auf eine Person (Christus).
  • Galilei war so unerleuchtet, seine (inzwischen längst falsifizierte) Theorie des Sonnensystems für "wahr" zu halten. Er war unfähig, den Vorschlag von Kardinal Bellarmin, es handle sich um eine Hypothese, anzunehmen.
  • Wer heute noch immer nicht begriffen hat, dass die Wahl des Ursprungs des Koordinatensystems (geozentrisch oder heliozentrisch) eine Frage der Zweckmäßigkeit und nicht der "Wahrheit" ist, ist in hohem Maß unerleuchtet.
  • Darwins Evolutionstheorie ist nach Sir Karl Popper nicht falsifizierbar und "erklärt" (im naturwissenschaftlichen Sinn der Möglichkeit, Prognosen zu machen) nichts. Sie ist als systematisches Ordnungsschema der Flora und Fauna interessant und hilfreich, besonders bei paläontolgischen Funden. Das war es dann aber auch schon.
  • Einen Widerspruch zwischen Bibel (Genesis) und Biologie zu konstruieren kann nur dann gelingen, wenn der Theologe grenzüberschreitend Naturwissenschaft betreibt, oder der Biologe theologisiert. Übrigens haben bereits die Kirchenväter vor der naiven Wortgläubigkeit in der Bibel gewarnt.
  • Alle diese meine Behauptungen sind seit langer Zeit jedem denkenden Menschen bekannt und einsichtig. Augenscheinlich ist gegen die verzerrte veröffentlichte Meinung nicht anzukommen.

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